Am 10. Mai jährt sich zum 75. Mal der Tag der Bücherverbrennung in Deutschland. Drei Neuerscheinungen erinnern an die Barbarei |
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| Posted by Julie (julie) on 08.05.2008 |
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Erhard Schütz
Meine Tränen fließen
Adolf Stein, der unter dem Namen Rumpelstilzchen bis dahin regelmäßig Deutschnationales aus Berlin in die Provinzen geschrieben hatte und sich nun blitzschnell an die Nazis anwanzte, begrüßte die Bücherverbrennung als "Erlösung von fremdem Bann. Da wurde deutsche Freiheit gezeugt." - vergleichbar nur, meinte er, Luthers Verbrennung der Bannbulle. Denn was da verbrannt wurde, habe zum "semitischen Astarte-Kult" zurückführen wollen, kannte überhaupt "nur zweierlei Weltbewegendes: Geld und Geschlecht."
Zu den ausführlichsten und eindrücklichsten Beschreibungen der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Opernplatz in Berlin dürfte die gehören, die der polnische Graf Sobanski als Korrespondent nach Hause berichtet hat. Er schildert, wie zuvor in den Zeitungen unter Nennung von Sammelstellen aufgerufen worden war, unerwünschte Literatur abzugeben, wie insbesondere Behördenbibliotheken sich bei der Aussonderung beeilten, aber auch, dass angesichts des vorausgegangenen Presserummels ihm die Menschenmenge am Opernplatz ebenso wie der "Umzug" der fanatischen Studenten vergleichsweise klein erschien.
Bitte weiterlesen: Der Freitag
Jan-Pieter Barbian Die vollendete Ohnmacht? Schriftsteller, Verleger und Buchhändler im NS-Staat. klartext, Essen 2008, 328 S., 23,95 EUR
Armin Strohmeyer Verlorene Generation. Dreißig vergessene Dichterinnen & Dichter des ‚Anderen Deutschland´. Atrium Zürich 2008, 447 S., 24,90 EUR
Volker Weidermann Das Buch der verbrannten Bücher. Kiepenheuer&Witsch, Köln 2008, 255 S., 18,95 EUR zurück |