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Lyrics
Karneval der rechten Gesinnung (Hajo Freese) |
So schön könnt doch das Leben sein

in einem Karnevalsverein.
Auch für Hohmann, diesen Hesse,
doch leider tut er sich vergesse,
verwechselt Bundestag mit Bütt,
und lichterloh brennt nun sei’ Hütt
und außerdem brennt noch dazu
der Glaspallast der CeDeU.
Geschwind komm’ alle da gelaufen
und löschen will der ganze Haufen,
doch, ach und weh, mir wird ganz bang,
es brennt trotzdem schon tagelang,
Frau Merkel, an der Löschtrupp-Spitze
löscht mit `ner viel zu kleinen Spritze
und im TV fehl’n Laurenz Meyer
die wohlbekannten Kahn’schen.... Worte.
Er dreht und windet sich gar sehr,
als wenn gar nichts gewesen wär’
und schließlich sagt er toll und kühn:
„Wo brennt es denn? Ich tu nix seh’n!“
So schön könnt doch das Leben sein
in einem Karnevalsverein
auch für den CDU’ler Nitzsche,
dem allerdings brennt auch die Klitsche.
Er geht nicht gegen Juden vor,
er schießt verbal ein Eigentor,
beleidigt kräftig die Muslime,
denn was bisher den Rechten zieme
soll auch die Mitte endlich wagen:
soll’s nicht nur denken, soll’s auch sagen!
Ich denke: allen, die so maulen
soll die Zung’ zum Hals rausfaulen!
Zum Löschzug dieser CeDeU
eilt nun beherzt Herr Koch hinzu.
Doch, liebe Narren, nicht vergesse:
auch unser Roland kommt aus Hesse,
wo Tote schreiben ein Vermächtnis
und wo man sucht nach dem Gedächtnis.
Schrillt! Feuerglöckchen, Erzgetön!
„Wo brennt es denn? Will auch was sehn!“
So schön könnt doch das Leben sein
in einem Karnevalsverein:
im Gleichschritt durch den braunen Sumpf,
das Auge stolz, die Backe dumpf,
die Menschenrechte sind für’n Arsch!
Nahallamarsch, Nahallamarsch!
„Wir wollen endlich Deutsche sein!“
das fordert Martin Hohmann ein,
„Gerechtigkeit für’s Deutsche Volk!“
(im Sumpfe ruft ein Rabe kolk)
„fort mit all den Sozi-Stammlern,
fort mit 68ger-Gammlern,
fort auch mit Schmarotzer-Rolfen
die zu unseren Lasten golfen
am milden Miami-Gestade
in kurzen Shorts mit nackter Wade,
während in den deutschen Wintern
deutsch gefroren wird am Hintern.
Ach, ist ein warmes Feuer schön:
„Beseit ihr Leut, will’s brennen seh’n!“
So schön könnt doch das Leben sein
in einem Karnevalsverein
wenn’s wirklich nirgends brennen tät
von morgens früh bis abends spät.
Doch leider..., geht mal aus das Feuer,
kommt sehr beredt und schnell ein Neuer,
entfacht den Brand, die Funken stieben
und alles, was uns noch geblieben
vom Tarif und Mindestlohn
brennt mit großer Flamme schon.
Rogowski war der Missetäter!
Viel Beifall erst! Entsetzen später,
gut geheuchelt und bekundet
hat die Feier abgerundet.
Erwärmt durch Glut und mutig Wort
verlassen alle diesen Ort.
Herr Müller nur ist nicht entzückt
und hält Rogowski für verrückt.
Ihm ist das alles nicht geheuer:
„Hier lodert hoch germanisch Feuer.“
So schön könnt doch das Leben sein
in einem Karnevalsverein,
wenn nicht Hoh- und Biedermänner*
in der Bütt als rechte Kenner
Deutschlands Zukunft so beschreiben!
Wer möchte da wohl wirklich bleiben,
wo „Tätervölker“ aufmarschieren,
um „Deutsche Wege“ zu kreieren?
Wer möchte in ein Land gehören,
wo Neo-Nazis neu betören?
Wo Juden und auch die Muslime
zum Opfer fallen dem Regime?
Wo Zintis wieder und auch Neger
von Hause aus nicht sind integer,
angeblich Fremde alles überfremden,
ob in Dresden oder Emden?
Wo Deutsche sich zum Feuer finden
und immer wieder Hass entzünden?
Ich hatte einen bösen Traum:
Fünf Jahre noch, dann brennt der Baum!
©2003 Hajo Freese
* Aus Martin Hohmanns Rede zum deutschen Nationalfeiertag: In einem Interview hat unlängst Hans-Olaf Henkel, der Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie das Faktum und die Folgen dieser negativen Vergangenheitsbezogenheit auf den Punkt gebracht. Er sagte: " Unsere Erbsünde lähmt das Land." (HÖR ZU 21/2003, Seite 16 ff).
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