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Peter Sloterdijk / Der Philosoph aus Karlsruhe erhält den diesjährigen Lessing-PreisHans-Dieter Schütt
Er rutscht gern aus auf angeblichen geistigen Richtigkeiten und politisch-ethischen Tabus, rutscht aus und läuft zur Hochform neuer Perspektiven auf. Er ist kein Moralist, er ist spielerisch, er ist ein Erzähler – ein Meister der Diskursverfremdung, unter dessen Blick sich alles Gesicherte zu einer Quelle der Überraschung wandelt.
Seine »Kritik der zynischen Vernunft« wurde vor über 20 Jahren zu einem der meistverkauften Philosophiebücher des 20. Jahrhunderts. Jüngst veröffentlichte der spätnächtliche ZDF-Moderator des »Philosophischen Quartetts« (mit Rüdiger Safranski) die Revolte-Reflexion »Zorn und Zeit«. Ein Traktat über die Verluste an Aufgebrachtheit und Rebellionskraft, welche die Gesellschaften Europas auf dem Weg in die gedämpfte Welt des zivilen Gehorsams erlitten haben. Sloterdijk ist ein Theoretiker der Demokratie, aber sieht die Gefahren eine unschöpferischen Konformität und einer betäubenden Konsenspolitik, die das kritische Fantasieren behindern. Bitte weiterlesen: Neues Deutschland Lessing-Preis für Kritik Pressenotizen zur Vergabe des Lessing-Preises für Kritik 2008 an Peter Sloterdijk
Der gemeinsam von der Lessing-Akademie Wolfenbüttel und der Braunschweigischen STIFTUNG NORD/LB·ÖFFENTLICHE vergebene Lessing-Preis für Kritik 2008 ergeht an den Philosophen Professor Dr. Peter Sloterdijk Der Preis wird, analog zur kritischen und risikofreudigen Tätigkeit Lessings, nicht für nur fachspezifische Kritik, sondern für Kritik in einem umfassenderen Sinn verliehen. Es zählt zu seiner Besonderheit, daß der Preisträger einen Förderpreisträger seiner Wahl bestimmt. Der Lessing-Preis für Kritik ist mit insgesamt 20.000 (15.000 + 5.000) Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Zur Jury gehören die Literaturkritikerin und USA-Korrespondentin der Neuen Züricher Zeitung Andrea Köhler, der Göttinger Germanist Wilfried Barner, der Göttinger Historiker Hans Erich Bödeker, der frühere Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Werner Knopp, und der Direktor der Herzog August Bibliothek, Helwig Schmidt-Glintzer. Der Preis wird im Mai 2008 in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel überreicht. Preisträger der Jahre 2000, 2002, 2004 und 2006 waren Karl Heinz Bohrer, Alexander Kluge, Elfriede Jelinek und Moshe Zimmermann. Bitte weiterlesen: Lessing Akademie zurück |
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