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...ein Jahr danach (19.Okt. 1976)
Der Sturm des Lebens hatte mich erfasst,
hat mich geschüttelt und gebeutelt,
am Ende war ich ganz verzweifelt.
Kein Funken Hoffnung, nirgends Trost
und weit und breit von Hoffnung keine Spur.
Die Liebe war schon lange ausgezogen,
genauso auch die Lust,
geblieben war nur Schmerz unsäglich
in meiner Panzerbrust.
Nur eins noch wollte ich: Vergessen,
das Leben, Liebe und die Lust.
Nur eins noch wollt’ ich ganz besessen,
mich selbst zu Ende bringen! Unbewusst
Angst vor der Nacht, Furcht vor dem Tag,
Angst vor dem Leben und dem Leiden.
Angst und Verzagen
schon Grund zum Versagen.
Ist niemand da? Hört mich denn keiner ?
Die schlimmste Qual: Lautloser Schrei
der Seele, schwaches Rufen
vom Sturm erbarmungslos zerfetzt,
unhörbar war es ganz zuletzt.
Zu Boden warf mich dieser Sturm,
gewunden lag ich, wie ein Wurm
zerschunden. Zuschanden alle großen Pläne.
Nichts war mehr übrig, nur die Späne –
Selbst diese ließ der Sturm nicht liegen,
sie stoben auf, wie tausend Fliegen.
Das Grauen hat mich überkrochen,
den eignen Moderduft hab’ ich gerochen,
die Hände waren mir gelähmt. Zu schwach,
sie gegen mich zu heben.
Oh Gott, oh Gott, so es Dich gibt,
lass mich nicht weiterleben !
So schleppte ich mich viele Tage
mir selbst zur Bürde, selbst zur Plage,
raffte alle Kraft zusammen,
nannte Gott bei seinem Namen
und ließ geschehen, was geschehen sollte.
Stieg plötzlich auf ein Hoffnungsschimmer!
Auszuhalten ward mir Kraft gegeben
und irgendwann wollt’ ich auch wieder leben.
Nach Atem ringend lag ich manche Stunde
erschöpft und ratlos auf den Knien
und merkte kaum, dass über mir die Sonne
wieder einmal gnädig schien.
Ich zählte Stunden erst und dann die Tage,
dann Wochen noch und dann die Jahre:
Leid ist mir viel noch widerfahren
in all den Jahren,
so manchen Schmerz hab’ ich ertragen
in all den Jahren,
doch Lust ist oft mir noch begegnet
und öfter ward mit Liebe ich gesegnet.
So wurd’ mir tief in meine Seele eingeschrieben
der Sinn des Lebens, der heißt lieben.
Seither weht leise mich das Leben an
weil, aus der Mitte meines Seins fließt Hoffnung
und diese Hoffnung fließt bergan.
©1976 HF zuück |