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Subsistenz, Eigenarbeit und Nachhaltigkeit revisited (Karin Werner) |
Kompass
Der folgende Text geht der Frage nach, inwieweit es sinnvoll und möglich ist, die Begriffe Subsistenz und Eigenarbeit, die in den vergangenen Jahren an Präsenz und Signifikanz verloren haben, im Forschungsprojekt „Nachhaltige Lebensstile und Alltag“ zu benutzen. Was bedeuten sie heute noch? Und: Wo können diese Begriffe innerhalb der aktuellen sozialwissenschaftlichen Theorie verortet und neu fruchtbar gemacht werden? Wir werden – von der begriffsgeschichtlichen Aufarbeitung von Baier (2004) ausgehend – diese Frage in mehreren „Anläufen“ zu klären versuchen. Nachdem die neuen theoretischen Rahmungen (namentlich Lebensstil, die spätmoderne differenzierte Gesellschaft und die Postmoderne) skizziert sind, werden analytische Ebenen der sozialen Sinnproduktion benannt, die wir in Bezug auf die Konstitution von „nachhaltiger Lebenspraxis“ für entscheidend halten. Abschließend wird dargestellt, welche Institutionen, Schauplätze und Situationen sich als Gegenstand der empirischen Untersuchung daraus ergeben.
Subsistenz und Eigenarbeit „klassisch“: Der Leitbegriff Arbeit
Die Untersuchung der Begriffe Subsistenz und Eigenarbeit zeigt, dass sie aus Unterscheidungen der Politischen Ökonomie resultieren. Referenz- und Abstoßpunkt dieser Analytik war es, ein „Anderes“ zur Lohnarbeit zu suchen und zu finden: Subsistenzarbeit ist zum einen die Arbeit, die von sozialen Akteuren verrichtet werden muss, um ihre Existenz zu erhalten, welche durch ihr Einkommen im Lohnarbeitssektor nicht sichergestellt wird. Damit ist sie eine von der herrschenden kapitalistischen Produktionsweise dominierte Form der Arbeit und als Ressource in deren Wertschöpfungskalkül inkludiert. Aus Subsistenzarbeit wird über den Transmissionsriemen „Lohnarbeit“ Mehrwert und schließlich Profit. …
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