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Hajo Freese

Geboren im Kriegsjahr 1943 als fünftes von sieben Geschwistern in Hannover, landete unsere große Familie nach dem Krieg in Ostfriesland. Kindheit, Jugend und Schule bis zum Abitur verbrachte ich dort.

 

Nach zwei freiwilligen Wehrdienstjahren mit Sanitätsausbildung, die mich zum Kriegsgegner werden ließen, begann ich zunächst ein Medizinstudium. Nach Gründung einer eigenen kleinen Familie und der Geburt meiner geliebten Tochter brach ich ab und studierte Pädagogik.

 

Natürlich geriet ich in den Sog der „68ger“ und beteiligte mich aktiv an dem Versuch, die Arbeiterschaft vor den Werkstoren der Hoesch AG in Dortmund zu „aktivieren“.

Nach Abbruch des Pädagogikstudiums begann meine berufliche „Quereinsteigerkarriere“.

Nach entsprechender Firmenschulung tingelte ich zunächst als pharmazeutischer Kaufmann durch die Apotheken Ostwestfalens.

Dann sattelte ich als Kaufmann um in die Medizintechnik, absolvierte zudem ein Abendstudium zum Betriebswirt und erreichte dadurch die finanziell etwas besseren Positionen des mittleren Managements.

Ich entwickelte mich zum Vertriebsspezialisten für kardiologische diagnostische Geräte. Dieser „Profession“ blieb ich treu bis zu meinem 57. Lebensjahr.

Bemerkenswert an dieser beruflichen Karriere ist eigentlich aus heutiger Sicht, dass ich mich nach Einstieg in die Medizintechnik nie mehr bewerben musste, obwohl ich in dieser Zeit bei zehn (!) verschiedenen Firmen gearbeitet habe.

 

Im Jahr 2001 geriet ich durch bewusst erzeugte Firmeninsolvenz in den Kreis der Arbeitslosen und machte dort ungewollte Karriere als Arbeitslosengeld- und AloHi-Empfänger bis hin zum „Hartzer“ mit Ein-Euro-Job – zu alt und zu teuer für eine reguläre Arbeit.

Hier wandte ich mich der aktiven Hilfe der Betroffenen zu und dem Widerstand gegen den sozialen und politischen Verfall unserer Gesellschaft, wieder als Quereinsteiger, parteilos, arbeitslos, aber nicht wehrlos.

 

In den Mußestunden male ich autodidakt Aquarelle, schreibe auch mal eigene Texte oder gehe – zurückgekehrt in meine Geburtsstadt - auf dem Steinhuder Meer gelegentlich surfen